Die Sängerverbindung Gotia Greifswald

Wie alle Verbindungen auf DDR-Gebiet konnte die Gotia Greifswald nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht wiedergegründet werden. Bis zur Wiedergründung hat die AMV Nordmark die Patenschaft für den Bund übernommen. Nordmärker, die vom Aktiven zum Alten Herrn werden, treten auch dem Greifswalder Altherrenverband bei, so dass dieser bis heute weiterbesteht.

Gründung 1864 bis Auflösung 1933

Die Verbindung wurde am 17. Dezember 1864 zunächst als “Studentische Liedertafel zu Greifwald” gegründet. Im Dezember 1867 trat sie dem im gleichen Sommer von Berlin und München gegründeten Kartellverband bei und war somit die dritte Verbindung im späteren Sondershäuser Verband.
1904 konnte ein eigenes Verbindungshaus in der Karlstraße bezogen werden, das heute der Universität Greifswald gehört. 1925 änderte der Bund seinen Namen in “Sängerverbindung Gotia Greifswald”. 1933 löste sich die Aktivitas des Bundes auf; ob aus Mitgliedermangel oder um der Gleichschaltung in einer NS-Kameradschaft zu entgehen, wird unterschiedlich dargestellt. Der Altherrenverband besteht ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tage.

Hamburger Patenschaft

Nach dem Weltkrieg hatte es zufällig viele Alte Herren der Goten in die Umgebung von Hamburg verschlagen. Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit der soeben wiedergegründeten AMV Nordmark erwuchs die Idee der Patenschaft, die am 1. Juli 1950 beschlossen wurde und bis heute Bestand hat. Heute machen die Nordmärker Aktiven alle zwei, drei Jahre im Sommer einen Ausflug nach Greifswald und schauen, wie die Stadt sich verändert. Es zeigt sich, dass sie zu einer der schönsten deutschen Universitätsstädte überhaupt wird.
Ziel der Patenschaft ist natürlich die Wiedergründung einer Greifswalder Aktivitas. Zur Zeit ist dies aber kaum machbar, da die Wiedergründung sicher mindestens zwei oder drei aktive und engagierte SVer vor Ort verlangen würde. Diese Konstellation ist bis heute nicht eingetreten; bis zu diesem Zeitpunkt wird die Greifswalder Tradition in Hamburg gewahrt.